Curriculum des Lehrgang für DaZ und Alphabetisierung
Alphabetisierung, Grund- und Mittelstufenunterricht
unter besonderer Berücksichtigung der Zielgruppe Flüchtlinge
Stand 06.2026
Ziel des Lehrgangs
Der Lehrgang ist eine berufsbegleitende Ausbildung mit Anwesenheitspflicht. Er befähigt zur eigenverantwortlichen professionellen Planung und Durchführung von Kursen für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache. Dabei liegt der Fokus auf der Arbeit mit Geflüchteten (dazu zählen Asylsuchende und anerkannte Geflüchtete), denn diese haben aufgrund ihrer Biografie, ihrer derzeitigen Lebensumstände und Perspektiven besondere Bedürfnisse.
Im Vordergrund steht die enge Verknüpfung von theoretischen Grundlagen und praktischer Umsetzung. Der Lehrgang bietet einerseits eine fundierte fachliche Ausbildung, anderseits – bereits von Beginn an – die Möglichkeit zur Hospitation und dem Erwerb von Unterrichtserfahrung. Durch professionelle Begleitung und die Möglichkeit zur Reflexion wird ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben.
Zielgruppe (1) und Zulassungsvoraussetzungen
Die Ausbildung richtet sich an:
- Trainer*innen im Bereich DaF/DaZ oder einer anderen Fremdsprache, die Interesse an einer zusätzlichen Ausbildung im Bereich Alphabetisierung bzw. am Unterricht mit Geflüchteten haben.
- Personen mit pädagogischen Vorkenntnissen (z. B. Lehrer*innen aller Schulformen, die an einer zusätzlichen DaF/DaZ-Ausbildung interessiert sind)
- Interessierte aus dem Tätigkeitsbereich Migration (z. B. Soziale Arbeit)
- Ehrenamtliche mit Unterrichtserfahrung in Flüchtlingshäusern oder Kursen für Asylsuchende.
Folgende formale Voraussetzungen sind an die Teilnahme gebunden: - Studienberechtigung (Matura)
- Deutsch als Muttersprache oder Deutschkenntnisse auf Niveau C1 (Nachweis mittels ÖSD, TELC oder Goethe)
Aufgrund der limitierten Anzahl an Plätzen werden Bewerber*innen mit abgeschlossenem, fachlich relevantem Bachelor- oder Masterstudium (Germanistik, Lehramt, Übersetzen und Dolmetschen etc.) bevorzugt aufgenommen.
Themenschwerpunkte
1) Präsenzunterricht mit folgenden Inhalten:
| 222 UE (2)
|
2) Selbststudium:
| 218 UE
|
3) Praxiseinheiten, bestehend aus:
| 72 UE
|
| Zeitlicher Gesamtaufwand | 512 UE |
Inhalte des Lehrgangs
Die Ausbildung besteht aus folgenden Modulen (3):
- Methodische und didaktische Grundlagen des Unterrichtens
- Mehrsprachigkeit und L2-Erwerb
- Wortschatzvermittlung
- Fertigkeitentraining (Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben)
- Grammatikvermittlung
- Lebenswelten: Auswirkungen von politischen Verhältnissen und Machtstrukturen
- Rechtliche Grundlagen im Bereich Asyl und Migration
- Unterrichtssequenzen planen und evaluieren
- Stimm- und Sprechtraining
- Lehrwerke und Medien
- Digitale Medien und Lernplattformen im DaF/DaZ-Unterricht
- Prüfen, Korrigieren und Bewerten
- Landeskunde- & Kulturvermittlung
- DaZ im schulischen Kontext
- Classroom-Management
- Kontext und Hintergründe in der Basisbildung
- Schriftspracherwerb
- Phonetisch-phonologische Aspekte im Schriftspracherwerb
- Lernprozesse und Lernstrategien in der Basisbildung: Methodik und Didaktik in der Alphabetisierung
- Unterrichtsplanung und Materialentwicklung
- IKT in der Basisbildung
- Alltagsmathematik in der Basisbildung
Abschlussvoraussetzungen
Folgende Schritte bilden die Voraussetzungen für den erfolgreichen Abschluss:
Anwesenheit und aktive Teilnahme
Die Anwesenheitspflicht umfasst insgesamt 80 Prozent der Präsenzeinheiten.
Selbststudium
Zur Vorbereitung auf die Module sind ausgewählte Texte zu lesen oder Aufgabenstellungen zu bearbeiten.
Hospitation
Im Rahmen der Ausbildung ist eine Hospitation im Ausmaß von 16 Unterrichtseinheiten (à 50 Minuten) in den verschiedenen Kursen der Caritas Akademie vorgesehen.
Begleitete Praxiseinheiten
Die Praxiseinheiten finden in der Caritas Akademie statt und werden von erfahrenen Trainer*innen begleitet (Vorbereitung, Durchführung, Feedback).
Reflexionen
Um sich mit den Inhalten der Module noch einmal individuell auseinanderzusetzen, sind zwei Reflexionen zu den Inhalten der Module zu verfassen sowie auch die begleiteten Praxiseinheiten schriftlich zu reflektieren.
Unterrichtspraktikum
Um die im Lehrgang erworbenen Kompetenzen in einen praktischen Kontext zu setzen, ist ein Praktikum im Ausmaß von 24 Unterrichtseinheiten zu absolvieren.
Abgabe der schriftlichen Abschlussarbeit
Am Ende des Lehrgangs ist eine Arbeit zu verfassen, in der die während des Unterrichtspraktikums abgehaltene Einheiten beschrieben und reflektiert werden. Beizufügen sind außerdem eine detaillierte Unterrichtsplanung, die Beschreibung der Aufgabenstellungen sowie die verwendeten Materialien.
Kursabschluss
Nach positiver Absolvierung dieser Abschlussvoraussetzungen erhalten die Lehrgangsteilnehmer*innen ein u.a. vom ÖIF anerkanntes Zertifikat, das sie als qualifizierte*n Trainer*in für Deutsch als Zweitsprache und Alphabetisierung auszeichnet.
Vortragende
Der Referent*innenpool besteht aus erfahrenen Trainer*innen der Caritas Akademie sowie fachkundigen Expert*innen aus den Bereichen DaZ und Alphabetisierung sowie dem schulischen und universitären Bereich.
Verfügbare Plätze und Kosten
Die Anzahl der Teilnehmer*innen beträgt maximal 24 Personen, die Kosten belaufen sich auf 3.200 Euro.
Lehrgangsort und Kontakt
Lehrgangsort
Caritas Akademie Graz
Keplerstraße 82, 8020 Graz
Kontakt
Mag. Elisabeth Janisch-Hrnkas
Lehrgang DaZ und Alphabetisierung
Mag. Gerhard Schreiber
Lehrgang DaZ und Alphabetisierung
Vermerke:
1) Für eine Lehrtätigkeit in Deutsch-Integrationskursen im Rahmen der IV sind folgende Voraussetzungen zu beachten: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20004468 (siehe § 2: Lehrpersonal)
2) Stand Juni 2026, Änderungen vorbehalten
3) Stand Juni 2026, Änderungen vorbehalten